Pfarrkirche St. Wenzeslaus
Der Vorgängerbau der heutigen Kirche entstand im Jahr 1467 im spätgotischen Stil. Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts zunehmende Bauschäden zeigten, war man in der Behebung dieser Schäden zögerlich. Erst der 1702 als Pfarrer eingesetzte Johann Christoph Reinhard ging das Problem energisch an. Deshalb ließ er den Bau durch den Bamberger Hofbaumeister Johann Dientzenhofer begutachten. Dieser stellte im Jahr 1713 fest, dass sich eine Renovierung nicht mehr lohne. Deshalb beauftragte Reinhard Dientzenhofer mit der Errichtung eines neuen Langhauses, das an den bestehenden Chorturm angefügt werden wurde.
Noch im Jahr 1713 begannen die Vorbereitungen für einen Neubau. So wurden im am Stammberg große Eisensandsteinquader gebrochen und von den Bauern gegen ein Trinkgeld von einem Pfenning je Quader ins Dorf gefahren. Zeitgleich trat man in Verhandlungen mit dem Forstamt ein, um im Hauptsmoorwald und am Stammberg Bauholz schlagen zu dürfen. Außerdem waren zwölf Arbeiter damit beschäftigt, das Dach der alten Kirche abzudecken. Orgel und Seitenaltäre wurden eingelegt.
Dientzenhofer selbst erstellte die Pläne für den Neubau und handelte den Vertrag mit seinen Auftraggebern aus, der am 8. August 1715 unterzeichnet wurde. Demnach hatte die Pfarrei Litzendorf Gerüstholz, Klammern, Bretter, Seile, Schubkarren, Schaufeln und Pickel zu stellen. Im Sommer 1715 erfolgte die Grundsteinlegung, noch im selben Jahr konnte das Dach des Neubaus aufgerichtet werden. Dafür waren 105 Männer im Einsatz. Aufgrund der geringen Finanzkraft der Bewohner Litzendorfs musste auf eine Stuckdecke im Langhaus, wie damals bei derart repräsentativen Bauten üblich, verzichtet werden.
Am 18. September 1718 konnte der Bau von Weihbischof Johannes Werner konsekriert werden. Kurz zuvor war über dem Hauptportal auf der Westseite das noch heute vorhandene Wappen des Bamberger Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn angebracht worden. Außerdem war der Innenraum getüncht und mit zwölf Kreuzen bemalt worden. Aufgrund der hohen Kosten konnte die übrige Ausstattung erst im Laufe der nächsten 16 Jahre beschafft werden. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre kamen zwischen 1720 und 1723 in die Kirche, der Taufstein beispielsweise erst 1734.
Weitere Informationen über die Kirche, im Besonderen über deren Innenraum finden sie im Kirchenführer, der in der Kirche ausliegt.
Quelle:
Flussparadies Franken e. V.
Organisation:
Flussparadies Franken e. V.
Zuletzt geändert am 25.10.2021
ID: p_100077379