Künstlergespräch zum Denkmal der Grauen Busse

Gesellschaft Historie Kunst und Kultur sonstige Vortrag, Diskussion, Lesung sonstige

Vortrag von Dr. Horst Hoheisel und Andreas Knitz

Die Kunst der Erinnerung - Die Erinnerung der Kunst
Seit 1995 entwickeln die beiden Künstler Andreas Knitz und Horst Hoheisel zusammen neue Formen von Denkmalen, die an die NS-Verbrechen erinnern. 1995 zum 50zigsten Jahrestag der Befreiung von Buchenwald schufen sie als zentrales Denkmal auf dem Appellplatz: das erste dauerhaft auf menschliche Körpertemperatur 37 Grad erwärmte Denkmal. 
Das „Denkmal der grauen Busse” erinnert an die Todestransporte des „Euthanasie“ T4 Krankenmordes. Die beiden Künstler haben dieses Mahnmal 2006 für das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein in Originalgröße in Beton gegossener Bus des gleichen Typs, wie er in den Jahren 1940 und 1941 von den Pflegeanstalten zu den Vernichtungslagern fuhr, erinnert an den Massenmord. Dem Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: „Wohin bringt Ihr uns?”, die überlieferte Frage eines Patienten. Ein identischer zweiter grauer Bus wechselt seitdem seine Standorte, ist ein Denkmal in Bewegung und hat schon an 20 verschiedene Orte die Erinnerung an den Krankenmord transportiert. Am 3. Dezember 2026 kommt er von Chemnitz nach Emden.
Horst Hoheisel und Andreas Knitz werden im Künstlergespräch über ihre Erfahrungen von den jeweils sehr unterschiedlichen Standorten des Denkmals in Bewegung sprechen und sind gespannt, wie Emden den 75 Tonnen schweren Bus empfangen wird.
 
 
Horst Hoheisel
Geboren 1944 in Posen, lebt und arbeitet in Kassel, Berlin und Ostfriesland. Während des Studiums der Forstwissenschaft Gaststudent an der Kunstakademie München; promovierte als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Waldbau der Tropen an der Universität Göttingen mit einer Ökosystemanalyse eines Regenwaldes in Venezuela; studierte gleichzeitig Kunst an der Kunstakademie in Kassel und arbeitet seit 1980 als freier Künstler. Zusammen mit dem Architekten und Künstler Andreas Knitz hat er neue Formen des Denkmals erarbeitet und realisiert. Sie wurden als Negativ-Denkmale oder Counter-Monuments international bekannt. Horst Hoheisel war Teilnehmer der Documenta 13, 2012.
 
Andreas Knitz
Geboren 1963 in Ravensburg. Ausbildung zum und Tätigkeit als Möbel-Schreiner und Restaurator; Studium der Architektur an der Gesamthochschule Kassel; 1993 Diplom „Dynamik und Mobilität in der Architektur“; 1993 bis 2001 Architekt in Kassel; seit 2001 eigenes Büro RAUMSTATION in Berg/Ravensburg. Freier Künstler seit 1995 überwiegend in Zusammenarbeit mit Dr. Horst Hoheisel im Team Hoheisel & Knitz. Seither wurden zahlreiche Ausstellungen, Kunst-Projekte, Interventionen und künstlerische Statements zur Denkmalskunst, zu verdrängter und tabuisierter Geschichte in Deutschland, Österreich, USA und Südamerika realisiert. Ziel ist die Erarbeitung von neuen Formen künstlerischer Erinnerung zu den meist tabuisierten Themen von vergangenen Diktaturen, gesellschaftlichen Traumata und Gewaltereignissen.

Termine

Quelle:

Tourist-Info Emden

destination.one

Organisation:

Tourist-Info Emden

Zuletzt geändert am 12.10.2026

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