Auf den Lusen über Teufelsloch und Himmelsleiter

Wandern Bergwandern/-steigen
Tourendaten
medium
12 km
4:15 h
550 m
550 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Startpunkt

Parkplatz Fredenbrücke, unterhalb Waldhäuser, 94556 Neuschönau

Entlang der Kleine Ohe und durch das Teufelsloch auf den sagenumwobenen Lusengipfel



Der anstrengende Aufstieg auf den Lusen vergeht durch die abwechslungsreichen Natureindrücke wie im Flug. Der quirlige Bergbach Kleine Ohe, die idyllische Martinsklause und das sagenumwobene Teufelsloch liegen auf unserem Weg, bevor uns die steile Himmelsleiter geradewegs auf den von Felsblöcken übersäten Lusengipfel führt. Der Sage nach hat der Teufel die Felsblöcke aufgetürmt. Nach der Einkehr im Schutzhaus geht es gestärkt an den Abstieg.

Hinweis:
Mittelschwere Tour. Längere, teils steile Anstiege und größerer Höhenunterschied. Festes Schuhwerk unbedingt erforderlich.
Einkehrmöglichkeit im Lusenschutzhaus (Bitte informieren Sie sich vorab über die Öffnungszeiten).

ÖPNV:
Igelbus-Haltestelle Fredenbrücke
(Lusen-Bus, Linie 602)
Fahrpläne unter www.bayerwald-ticket.com

Navi:
Parkplatz Fredenbrücke (im Winter nicht geräumt)
Waldhäuser
94556 Neuschönau
GPS 48.93773,13.454396

Tourenverlauf:
Fredenbrücke – Martinsklause – Teufelsloch – Lusen – Waldhausreibe – Ausblick - Fredenbrücke

TIPP: Wer abkürzen möchte, kann sich entweder ab der Waldhausreibe oder dem Waldhäuser-Ausblick vom Igelbus zurück zur Fredenbrücke bringen lassen.


Tourenbeschreibung:
Am Parkplatz Fredenbrücke (850 m ü. NN) queren wir zunächst auf einer Holzbrücke die Kleine Ohe und wandern entlang des Baches, der Markierung ,Ranne' folgend, leicht bergan bis zur idyllischen Martinsklause (974 m ü. NN). Nach einer kurzen Rast führt der Pfad auf felsigem Untergrund weiter steil bergan, kurzzeitig über einen befestigten Weg, den wir jedoch schnell wieder verlassen. Ziemlich steil führt nun der Weg bis zu einer T-Kreuzung, an der wir mit der ,Ranne' nach rechts abbiegen und nach wenigen Minuten das sagenumwobene Teufelsloch erreichen. Anschließend geht es, weiter stetig bergan, durch einen wilden, abwechslungsreichen Bergmischwald bis zu einer kleinen Plattform. Hier zeigt eine Schautafel eindrucksvoll, wie schnell sich der Wald nach einem Borkenkäferbefall erholt und nachwächst. Wir queren auf einem Bohlenweg hinüber zur Glasarche (1176 m ü. NN). Dort wandern wir am Infopavillon vorbei weiter mit der ,Ranne' in Richtung Lusengipfel. Schnurgerade steigt der Weg bergan und bietet schon bald tolle Blicke auf den mit Granitblöcken bedeckten Lusen. Nun überwinden wir die steilen Felsstufen der sogenannten Himmelsleiter, die uns schon bald zum Gipfel bringt (1373 m ü. NN).

Nach einer Gipfelrast steigen wir mit der Markierung ,Luchs' nach Südosten ab und passieren nach wenigen Minuten das Lusenschutzhaus (saisonal bewirtschaftet). Weiter geht es auf dem Schotterweg bergab, immer dem ,Luchs' folgend bis zur Waldhausreibe (Toiletten vorhanden) (1111 m ü. NN). Wir queren schräg die Lusenstraße und folgen gegenüber der Infotafel der Markierung ,Grünes Dreieck' nach links in den Wald. Auf einem Bohlenweg geht es zunächst eben, dann leicht bergan über den Waldhäuserriegel durch einige Felsgruppen hindurch, bevor wir erneut die Lusenstraße queren. Nach ca. 100 m parallel zur Straße treffen wir auf die Markierung ,Zaunkönig'. Hier lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Igelbus-Haltestelle und Parkplatz Waldhäuserausblick (ca. 100 m, Toiletten vorhanden) (1040 m ü. NN). Dort bietet sich ein toller Blick über das Bergdorf Waldhäuser sowie eine Fernsicht über die Wälder des Nationalparks bis weit in dessen Vorfeld hinein.

Vom ursprünglichen Weg kommend biegen wir mit dem ,Zaunkönig' rechts ab in Richtung Martinsklause. Leicht zieht sich der Weg bergab, bis wir schließlich erneut den Stausee erreichen. Nach der Dammkrone halten wir uns links und wandern mit der ,Ranne' den uns bereits bekannten Weg entlang der Kleinen Ohe bergab zurück zum Ausgangspunkt Fredenbrücke.

Immer richtig unterwegs:

  • Immer für gute Ausrüstung sorgen: Karte, festes Schuhwerk, Trinken, Erste Hilfe-Set, Schlechtwetterkleidung
  • Umstürzende Bäume und herabfallendes Totholz beachten! Die Benutzung der Weg erfolgt auf eigene Gefahr, bei starkem Wind den Wald aus Sicherheitsgründen verlassen!
  • Wegegebot in bestimmten Bereichen des Nationalparks zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten


Wissenswertes

Als Klause oder auch Schwelle werden künstliche Stauseen bezeichnet, die besonders im 19. Jahrhundert für die Holztrift erbaut wurden. Mit Hilfe des aufgestauten Wassers schwemmte man die unterhalb der Schwelle in den Bergbach eingeworfenen Baumstämme aus dem Wald. Häufig wurden deshalb auch die Bergbäche unterhalb der Schwellen befestigt und begradigt. Einige gut erhaltene Triftanlagen wie z.B. die Martinsklause stehen heute unter Denkmalschutz.

Da sie sich das manchmal zu hörende Rauschen tief aus dem Untergrund nicht erklären konnte, waren die Menschen früher der Meinung, man könne den Teufel hören. Heute wissen wir, dass es sich beim Teufelsloch um ein mit Granitblöcken gefülltes Tal handelt, in dem unterirdisch die Kleine Ohe fließt.

Der Lusen ist mit seinen 1373 m zwar keiner der allerhöchsten Berge im Bayerischen Wald, durch den unbewaldeten Gipfel und seine Lage jedoch einer der schönsten Aussichtsberge. Das markante Granit-Blockfeld im Gipfelbereich entstand durch physikalische Verwitterungsprozesse, bei denen Wasser in kleine Felsspalten eindringt und gefriert. Die Volumenausdehnung führt zur Zerteilung der Gesteinsbrocken (Frostsprengung).

Gipfel
Natur Highlight
Einkehrmöglichkeit
Rundweg

Quelle:

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

destination.one

Organisation:

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Zuletzt geändert am 26.05.2020

ID: t_100167854