Ausstellung - Raoul Kaufer - Markus Hanakam & Roswitha Schuller Eintritt frei

Ausstellung
Wir laden Sie herzlich ein!

Der Innenhof im Cordonhaus der Städtischen Galerie Cham bietet bei schönem Wetter ausreichend Platz, sich - mit Corona-bedingtem Abstand – aufzuhalten und mit den Künstlern Raoul Kaufer, Markus Hanakam & Roswitha Schuller und der Kuratorin Anjalie Chaubal ins Gespräch zu kommen. In Kleingruppen können Sie im Wechsel die Ausstellung besuchen.
 
In einer gemeinsamen Ausstellung in der Städtischen Galerie Cordonhaus Cham geben Raoul Kaufer und das Künstlerduo Hanakam & Schuller einen umfangreichen Einblick in aktuelle Werke. Raoul Kaufer präsentiert eine Auswahl seiner Bildserien CORTEX und FRAX im Dialog mit einer für das Cordonhaus konzipierten mehrteiligen Rauminstallation. Markus Hanakam & Roswitha Schuller zeigen neue Arbeiten aus ihren verschiedenen Werkgruppen – Video, Grafik und Zeichnung sowie Objekte.
 
Raoul Kaufer, der sich selbst als Serealist bezeichnet, arbeitet an seinen Serienwerken meist über mehrere Jahre, wobei trotz des zur Vervielfältigung geeigneten Mediums jedes Werk ein Unikat darstellt. In der präsentierten Serie CORTEX besteht jede Arbeit aus einer einzigen Architekturaufnahme, die x-fach multipliziert und darüber nahtlos zu einem ornamenthaften Gebilde verknüpft ist. So gesehen ist jede dieser Arbeiten bereits für sich betrachtet eine Serie – bestehend aus dem vervielfältigten, rekursiv und selbstreferenziell angeordneten Einzelmotiv. Hinter der Wortschöpfung FRAX, dem Titel der zweiten Serie in der Ausstellung – verbergen sich die Begriffe Fragment, Fraktur, Fraktal, die „Verschiedenes bezeichnen und doch eine gemeinsame Verbindung teilen“ so der Künstler. Als Grundlage für die Werke der FRAX-Serie dienen fotografierte Fassaden, Gebäude, Straßenabschnitte, Plätze und Infrastrukturen. Im Vergleich mit den Bildschöpfungen der CORTEX-Serie bleiben die Arbeiten aus der FRAX-Serie näher an der Originalsituation. Gleichwohl werden auch hier die architektonischen Artefakte urbaner Umgebungen und Milieus umkonstruiert. Dabei weisen die FRAX-Arbeiten den einen oder anderen Berührungspunkt mit den fragil, fragmentarisch und schräg wirkenden Bauten von Architekten wie z. B. von Coop Himmelbau, Frank Gehry oder Zaha Hadid auf.
 
Neben den Bildwerken hat Raoul Kaufer für die Ausstellung in der Städtischen Galerie Cordonhaus Cham unter dem Titel „Rekursive Intimität“ eine völlig neuartige Rauminstallation entwickelt, deren Gestaltungsprinzip die Rekursion ist. Die Formgebung der aus Sperrholz konstruierten Einzelelemente entsteht immer wieder aus sich selbst heraus, wiederholt sich in verschachtelter Weise und lässt eine komplex strukturierte Gesamtinstallation von Raumkörpern und Materialien entstehen.
 
Zentral in der Ausstellung des Künstlerduos Markus Hanakam & Roswitha Schuller ist die aktuelle Videoarbeit „The Emblematic Cabinet“, die auch von einer Publikation begleitet wird.
 
In jüngerer Zeit haben sich Hanakam & Schuller mit der künstlerischen Praxis des Emblems befasst. Inspiriert von dem „Building Duke“–Research (einem Forschungsprojekt des Department for Art, Art History & Visual Studies) arbeiteten Hanakam & Schuller während ihres Aufenthalts im Frühjahr 2019 an der Vielfalt der Architekturformen der Duke University in Durham, North Carolina. Sie entwickelten einen Zwei-Kanal-Film, der die architektonischen Details der Campusgebäude filmisch nachzeichnet und diese mit ihrer eigenen, experimentellen Emblematik verbindet.
 
In der präsentierten Installation von drei Prunkschlitten greifen Markus Hanakam & Roswitha Schuller die barocke Darstellungskonvention der skulpturalen Allegorien auf und erzeugen mit einem zeitgenössischen medialen Pendant, dem Liquid Crystal Display (LCD), verschiedene allegorische Objekte. Träger dieser Displays sind abstrahierte Schlittenmodelle aus Bugholz. Die erzählerische Zierde des Schlittenkörpers verlagert sich von der ursprünglich skulpturalen Darstellung hin zum bewegten Bild.
 
Die verwendeten Artefakte bezeichnet das in Wien lebenden Künstlerduo häufig als „Gestaltwandler, die ihre äußere Form verändern und in unterschiedlichen Kontexten wieder auftauchen“. Als Kunstschaffende und Forschende gestalten Markus Hanakam und Roswitha Schuller die Regelwerke der bildenden Kunst um und bauen in Videos und Objekten an eigenwilligen Ordnungen und neuen Weltentwürfen. Dabei arbeiten sie auch immer wieder mit angewandten Kunstformen. Ihre Werke wurden unter anderem im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, im Eyebeam Center for Art + Technology in New York, im Palais de Tokyo in Paris, im Garage Museum of Contemporary Culture in Moskau, im Wiener MAK, im MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles sowie im National Art Center in Tokio gezeigt.
 
Ausstellungsdauer: 18. Juni – 2. August 2020
 
 
Eine Kooperation mit dem Traklhaus in Salzburg.
In Salzburg ist die Ausstellung von 14. August bis 4. Oktober 2020 zu sehen.
 
Hanakam & Schuller
 
Markus Hanakam geb. 1979 in Essen, Deutschland.
Nach zwei Jahren Studium an der Universität Essen (Fachbereich Kunst und Design), 2000-2002 Studienwechsel an die Universität für Angewandte Kunst Wien. Diplom in Kunst und Designpädagogik 2006, Diplom in Bildhauerei und Multimedia 2009.
 
Roswitha Schuller, geb. 1984 in Friesach, Österreich
Studium an der Universität für Angewandte Kunst seit 2002, Diplom in Kunst und Designpädagogik 2007, Diplom in Bildhauerei und Multimedia 2009. Doktoratstudium am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft, Promotion 2012 mit der These „Happy End Natur. Zur Funktion des Arkadischen in soziokulturellen Räumen“. Lehrauftrag am IKA der Akademie der Bildenden Künste 2019/20.
 
Seit 2004 kollaborative Arbeiten als Duo, Ausstellungs- und Festivalbeteiligungen, sowie kuratorische Tätigkeit im internationalen Kontext. Präsentation ihrer Arbeiten unter anderen im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Eyebeam Center for Art and Technology, New York, Palais de Tokyo, Paris, Garage Center for Contemporary Culture, Moskau, MAK Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien und MAK Center Los Angeles, Japan National Art Center, Tokio.
 
Verschiedene österreichische und internationale Auszeichnungen, wie das MAK Schindlerstipendium in Los Angeles (2008), das Staatsstipendium für Bildende Kunst 2012 sowie das Atelierstipendium des Bundes für Tokio (2014). Teilnahme an der 4th Moscow Biennale of Contemporary Art 2011 und an der 5th International Sinop Biennial 2014. Auszeichnung für ihre Arbeit „INVASION“ als Jury Selection Work des Japan Media Arts Festival 2012. Aktuelle Soloshows  umfassen Kunstraum Lakeside, Klagenfurt (2019), Muzej—Museo Lapiadarium Novigrad (HR, 2019) und Traklhaus Salzburg (2020). Ihre Animation The Borgia Device (Second Day) ist Teil der internationalen Videoschau „Anthropocene on Hold – 20 artists address the impact of a global pandemic on arts ecosystems and earths resilience and sustainability“ – der Polyeco Contemporary Art Initiative in Piräus, Athen, kuratiert von Kika Kyriakakou.
 


Termine
Eintritt frei

Quelle:

Stadt Cham

destination.one

Organisation:

Landratsamt Cham

Zuletzt geändert am 18.06.2020

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