Ausstellung in der Aktionsgalerie: Malerei von Gabi Strasmann-Grüner - 45 x 55 Eintritt frei

Kultur

Der Titel der Ausstellung 45x55 bezieht sich auf das Format der gemalten Bilder, die alle auf dem Malbrett entstanden, dessen Größe genau dieses Format ermöglicht, sowohl im Hoch- als auch Querformat. Bei der Acrylmalerei auf Papier wird dieses notwendigerweise feucht und damit wellig und unansehnlich. Um das zu verhindern, wird das Papier in nassem Zustand mit Nassklebeband auf ein Malbrett gespannt. Wenn es trocknet, wird es sich immer wieder gerade ziehen und ergibt so ein zufrieden stellendes Ergebnis. Zum Papier noch dieses: Alle Arbeiten wurden auf sog. Ingres-Papier gemalt – ein Papier, das in der Regel für Tusche,-Kohle oder Kreidezeichnungen verwendet wird. Da es sehr belastbar ist, eignet es sich auch gut für die Malerei geeignet. Aus diesem Grund ist es auch das Standardpapier in den Malkursen der Kunstschule geworden.
 
Gabi Strasmann-Grüner malt in der Regel auf Papier und hat dieses Bildformat zu ihrem Aktions- und Spielraum gemacht. Dass sie bei der Auseinandersetzung mit dem Format, dem Bildthema und der farbigen Gestaltung immer wieder neue Lösungen und Ergebnisse findet, wird in der Ausstellung gut sichtbar. Der Weg, den Gabi Strasmann-Grüner für ihre Arbeit gewählt hat, ist ein permanentes Suchen und Tasten nach der Form und den Farben. Bevor der erste Farbfleck- oder -Strich auf den Malgrund gesetzt wird, hat sich ein vages Bild vor dem geistigen Auge aufgebaut. Die Bilder wachsen aus der Erinnerung an Gesehenes und Erlebtes. Dies sind immer wieder neue Landschaftsimpressionen: mal die heimische Landschaft oder die Erinnerung an Erlebnisse einer Reise.
 
So zeigen die ausgestellten Bilder immer Stimmungen einer Landschaft, vermittelt durch die Farben. Manchmal spürt man die Wärme oder Trockenheit, ein anderes Mal eine trübe, fast melancholische Stimmung. Es ist nicht der einzelne Baum oder Strauch, der den Betrachter fesselt, es sind vielmehr die Farben, die unmittelbar ansprechen und berühren. Aber nicht nur die schöne „heile Welt“ ist Thema der Malerei sondern auch kritische Blicke auf unsere Umwelt finden hier ihren Ausdruck, wie z.B. in den Bildern, die das gefährdete Moor zum Thema machen.
 
Wie entsteht nun dieses farbige Geflecht, das sich immer mehr zur Landschaft verdichtet?
Erste Pinselstriche wandern über die Fläche, noch eher suchend als bestimmt – es entstehen erste, zufällige Mischungen auf dem Papier. Die Farbe gerät durch diese Malweise, den Pinselduktus quasi in Bewegung, wird aber immer von der Malerin gesteuert. Nach und nach tauchen wie aus dem Nebel erste konkrete Formen auf. Jetzt werden Entscheidungen getroffen über die Lage des Horizonts, Betonung des Bildraumes, der Bildtiefe etc. So werden gegen eher diffuse Bildelemente konkrete, oft sperrige Formen gesetzt. Diese erinnern an Masten, Bäume, Ruinen o.ä.
In der Farbigkeit erscheinen uns fast alle Bilder als sehr stimmig. Der Grund dafür liegt wesentlich in der Verwendung gemischter, gebrochener Farben. Reine Farben werden eher sparsam, aber dafür sehr wirkungsvoll eingesetzt und können so bestimmte Elemente akzentuieren.
Wenn man dann bei der Betrachtung der Bilder hier und da ein freies, unbemaltes Eckchen
entdeckt, so ist das schon fast ein typisches Merkmal der Malerei von Gabi Strasmann-Grüner.
 
Paul Wessler (Dozent der Kunstschule Lingen), Mai 2020


Termine
Ausstattung und Merkmale
Eintritt frei
Schlechtwetterangebot
Barrierefrei
Zielgruppe Jugendliche
Zielgruppe Erwachsene
Zielgruppe Familien
Zielgruppe Senioren
Kinderwagentauglich
für Familien
für Individualgäste
Deutsch
Englisch

Quelle:

Emsland Tourismus GmbH

destination.one

Zuletzt geändert am 09.07.2020

ID: e_100265706