Ausstellung "believe in miracles"

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Ulrik Dannenberg liebt die barocke Pracht und die knallbunte und süße Opulenz. „Happy“ hat er sich als Künstlernamen gewählt. Was ist das für ein Typ, der sich den Künstlernamen „Happy“ wählt und seine Arbeiten „Happy products“ nennt?
In einem Selbstporträt präsentiert sich der Künstler würdevoll und mit festem Blick im Stil eines barocken Herrscherbildnisses, das in einen reich mit Ranken geschmückten Goldrahmen gespannt ist. Das Künstlerhaar ist sorgfältig in üppige Locken gelegt, ein weißer Mühlsteinkragen verdeckt den Hals, der Rest des Bildes versinkt in Schwarz. Nur die wasserblauen Augen fixieren etwas außerhalb unseres Blickfeldes. „Happy“ porträtiert sich selbstbewusst als Herrscher in einem Zeitalter der Üppigkeit und Pracht. Meint er wirklich, (seine) Kunst könne glücklich machen?
In der Wahl seiner Motive und ihrer Überhöhung ist die Nähe zur Pop-Art, zu Damian Hirst und Jeff Koons offensichtlich. Da finden sich die Helden und Antihelden der Popkultur – Superman, Popeye und Lucky Luke –, die Ulrik „Happy“ Dannenberg zusammen mit heutigen, materialistischen Statussymbolen und unvermittelt auch der christlichen Symbolik und Heiligenverehrung kombiniert. Er liebt das wohl inszenierte Spiel von Opulenz, Farbenrausch und Glanz, von Verlockung, süßem Versprechen und Kindheitserinnerungen.
Es geht ihm vor allem um das Auskosten der Vorfreude – diesem wunderbaren Gefühl, das in unserer heutigen Konsumgesellschaft verloren zu gehen droht. Es stellt sich ein beim intensiven Betrachten von Dingen und öffnet die Welt der Vorstellung und Fantasie.
Was liegt da näher als Süßigkeiten zum Hauptmotiv zu wählen? In meist großem Format lockt der Künstler uns mit zuckersüßen, bunten Bonbons, Fruchtgummis, Beeren und Bären, Lollies, Eiskonfekt, Fröschen und Haien, Lakritz- und Zuckerstangen an. Er, der gelernte Holzbildhauer, hat sie –  in Proportion und Farbigkeit verfremdet – als Negativform nachgebildet und in Kunstharz gegossen. Wie einzigartige Kostbarkeiten präsentiert er sie in Fläschchen, Kästen und als Wandarbeiten. Der Glanz der Oberfläche, die Farbigkeit und die durch das Material erzeugte plastische Qualität der Arbeiten verlocken wie der Süßigkeitenstand auf einem Jahrmarkt, den wir staunend und mit leuchtenden Augen betrachten.
Ja, allein das Gucken und die Vorfreude machen glücklich.
www.palais-rastede.de

Termine
Preisinformationen

​4,00 € pro Person, 3,00 € ermäßigt für Studenten und ab 10 Personen, freier Eintritt für Schüler bis 18 Jahre

Quelle:

Residenzort Rastede GmbH

eT4®

Organisation:

Residenzort Rastede

Zuletzt geändert am 25.07.2018

ID: e_100134859